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Häusliches Arbeitszimmer & Steuererklärung

Häusliches Arbeitszimmer bei der Steuererklärung 2016Wohl kaum ein anderes Thema ruft so viele Konflikte mit dem Finanzamt hervor wie das häusliche Arbeitszimmer. Für die meisten gilt: Ein häusliches Arbeitszimmer kann nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten von der Steuer abgezogen werden. Das Finanzamt macht jedoch zwei Ausnahmen: Wer von seinem Arbeitgeber keinen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt bekommt, kann die Kosten bis zu 1.280 € jährlich dennoch von der Steuer absetzen. Stellt das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung dar, sind sogar sämtliche Kosten in voller Höhe steuerlich absetzbar. Für wen genau dies gilt und welche Bedingungen das häusliche Arbeitszimmer erfüllen muss, ist jedoch nach wie vor ein Streitpunkt.

Ist eine Arbeitsecke oder auch ein privat genutztes Arbeitszimmer von den Steuern absetzbar?

Bislang galt, dass eine private Nutzung des Arbeitszimmers so gut wie ausgeschlossen sein musste. Das bedeutete, dass ein Gästebett oder ein Fernseher im Zimmer bereits dazu führen konnte, dass ein Steuerabzug nicht möglich war. Die Privatnutzung durfte nicht mehr als 10 Prozent betragen und es musste sich beim häuslichen Arbeitszimmer um einen vom Wohnbereich abgetrennten Raum mit Türen handeln. Die neuere Entwicklung zieht diese Bedingungen jedoch in Zweifel: Das Finanzgericht Köln hat entschieden, dass ein Berufstätiger die Kosten für seinen Arbeitsbereich im Wohnzimmer voll von der Steuer absetzen kann, wenn dieser den Mittelpunkt seiner beruflichen Tätigkeit darstellt und kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. (Vgl.: 10 K 4126/09)

Das Problem derzeit ist allerdings, dass das Finanzgericht Baden Württemberg mit der Begründung, dass die Kosten für die private und berufliche Nutzung vom Steuerzahler nicht getrennt werden können, gegenteilig geurteilt hatte (Vgl.: 7 K 2005/08). Am 21. November wurde die Frage, ob eine gemischte Nutzung anteilig absetzbar ist, dem Großen Senat vorgelegt. Der IX. Senat des Bundesfinanzhofes geht davon aus, dass Aufwendungen auch dann abzugsfähig seien. Zudem sind auch weitere Revisionsverfahren zu dieser Frage anhängig (Vgl.: Az.: III R 62/11 und X R 32/11).

Für alle betroffenen Steuerpflichtigen ist es deswegen ratsam, noch offene Bescheide nicht bestandskräftig werden zu lassen und Einspruch mit Hinweis auf die ausstehende BFH-Entscheidung einzulegen. Für die Steuererklärung 2016 wird zudem von Steuerexperten empfohlen, auch privat genutzte Arbeitszimmer und –ecken anteilig in der Steuererklärung aufzuführen und die Entwicklung weiter zu beobachten. Es gilt als nicht unwahrscheinlich, dass auch Arbeitsecken in Zukunft von der Steuer abgesetzt werden können.

Rechtfertigt ein Poolarbeitsplatz das häusliche Arbeitszimmer?

Ein Großbetriebsprüfer eines Finanzamtes hatte versucht, die Kosten für sein häusliches Arbeitszimmer geltend zu machen, obwohl er sich für Vor- und Nachbereitung seiner Arbeit mit weiteren sieben Betriebsprüfern insgesamt drei Poolarbeitsplätze teilte. Das Finanzamt entschied in seiner Sache negativ und begründete dies damit, dass der Poolarbeitsplatz ausreichend sei, weil er nicht an jedem Arbeitstag aufgesucht werden muss. Das Finanzgericht gab der dagegen erhobenen Klage hingegen statt und wurde vom BFH bestätigt. Als Begründung führte es an, dass der Poolarbeitsplatz dem Kläger nicht im konkret erforderlichen Umfang zur Verfügung stand (Fall VI R 37/13).

Können Aufwendungen für Flur, Küche oder Toilette von der Steuer abgesetzt werden?

Ein Betriebsprüfer ist mit dem Versuch, die Renovierung seines Gäste-WCs von der Steuer abzusetzen, vor dem Finanzgericht Baden-Württemberg (Az. 9 K 2096/12) gescheitert. Ob derartige Aufwendungen dennoch absetzbar sind, wird jedoch in einem anderen Verfahren vom BFH geprüft (Az. VIII R 10/12). Hintergrund ist, dass die Aufwendungen in einem Büro mit Einrichtung außerhalb der Wohnung absetzbar sind.

Ist ein Telearbeitsplatz von der Steuer absetzbar?

Wer sich in seinem häuslichen Arbeitszimmer einen Telearbeitsplatz einrichtet, darf die Werbekosten für das Zimmer von der Steuer absetzen, wenn an den häuslichen Arbeitstagen kein anderer Arbeitsplatz an der Dienststelle zur Verfügung steht. Dies entschied das Finanzgericht mit der Begründung, dass der Telearbeitsplatz ohnehin nicht dem Typus des häuslichen Arbeitszimmers entspreche, wodurch der Abzug der Kosten uneingeschränkt möglich sei. Der BFH hob diese Vorentscheidung im Streitfall VI R 40/12 allerdings auf. Er begründete dies damit, dass ein Telearbeitsplatz sehr wohl grundsätzlich dem Typus eines häuslichen Arbeitszimmers entspräche und dem Kläger an seiner Dienststelle ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stände. Den dienstlichen Arbeitsplatz zu den eigentlich häuslichen Arbeitstagen zu nutzen, war ihm von seinem Arbeitgeber nicht untersagt worden oder anders eingeschränkt.

Welche Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer können abgesetzt werden?

Für das Arbeitszimmer können folgende Kosten abgesetzt werden:

  • Miete oder Gebäudeabschreibung, Schuldzinsen für Kredite, die für die Anschaffung oder Reparatur der Immobilie verwendet worden sind
  • Wasser-, Energie- und Telefonkosten
  • Reinigungskosten
  • Renovierungskosten
  • Ausstattung des Zimmers
  • Grundsteuer, Schornsteinfegergebühren, Gebäudeversicherung, Müllabfuhrgebühren

Wenn es Steuerzahlern nicht möglich ist, die Kosten direkt zuzuordnen, sollten die Kosten anteilig abgerechnet werden. Dazu wird die Fläche des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche geteilt und mit 100 multipliziert. Wird das häusliche Arbeitszimmer auch privat genutzt, sollten Steuerzahler den Prozentsatz der Privatnutzung von den so ermittelten Kosten abziehen und dies in der Steuererklärung deutlich machen.

Einrichtungsgegenstände als Arbeitsmittel absetzen

Arbeitsmittel im Arbeitszimmer bei der Einkommensteuer absetzenDie Kosten für die Einrichtung des häuslichen Arbeitszimmers können als Werbungskosten abgesetzt werden. Hierzu zählen Regale, Schreibtisch oder Bürostuhl, die allerdings fast ausschließlich für berufliche Zwecke verwendet werden müssen. Bis zu einem Kaufpreis von 487,90 Euro inklusive Mehrwertsteuer können derartige Aufwendungen direkt abgesetzt werden. Höhere Anschaffungskosten müssen über die Dauer der Nutzung verteilt werden.

Derartige Anschaffungen sind in der Regel auch dann absetzbar, wenn das Finanzamt den häuslichen Arbeitsplatz nicht als Arbeitszimmer anerkennen möchte. Wichtig ist dabei lediglich, dass eine private Nutzung keine Relevanz hat. Dies gilt auch für elektronische Geräte wie Drucker, Faxgerät, PC oder Laptop. Luxusgegenstände wie Gemälde oder Dekorationen, die hauptsächlich der Ausschmückung des Zimmers dienen, sind hingegen nicht von der Steuer absetzbar.

Tipp: Doppelte Haushaltsführung bei Berufswechsel

Nicht nur das häusliche Arbeitszimmer lässt sich bei der Steuererklärung wirksam einbringen, auch ein doppelt geführter Haushalt (z.B. aufgrund eines Berufswechsels oder einer befristeten, auswärtigen Tätigkeit) sollte unbedingt bei der Steuererklärung angegeben werden. Auf unseren Seiten finden Sie einen eigenen Artikel zum Thema doppelte Haushaltsführung.

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